EDSA konkretisiert Pflichten bei der Auftragsverarbeitung

In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme hat der EDSA die Pflichten von Verantwortlichen bei der Beauftragung von Auftragsverarbeitern und Unterauftragsverarbeitern konkretisiert. Gefordert wird ein gutes Vertragsmanagement. Verantwortliche müssen jederzeit Informationen über Identität aller Auftrags- und Unterauftragsverarbeiter bereithalten Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) kommt in seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2024 zu dem Schluss, dass Verantwortliche Informationen über die Identität (d. h. Name, Adresse, Kontaktperson) aller Auftrags- und Unterauftragsverarbeiter jederzeit bereithalten sollten, damit sie ihre Verpflichtungen gemäß Art. 28 DSGVO erfüllen können. Das (…) Weiterlesen

Leitentscheidung des BGH im Scraping-Komplex

Eine aktuelle Entscheidung des BGH zum immateriellen Schadensersatz nach DSGVO-Verstoß sorgt derzeit für Aufregung: Am 18. November 2024 entschied der BGH in einer Leitentscheidung im sog. Scraping-Komplex. Seither feiern sich Klägervertreter medial, da der Schadensnachweis vereinfacht und auch mit Textbausteinen möglich sei. Beklagtenvertreter verweisen auf einen Scheinsieg angesichts der niedrigen Summen, die der BGH als berechtigt ansieht. Auch wenn die Urteilsgründe noch nicht vorliegen, ordnen wir Ihnen die Entscheidung nachfolgend in den Kontext der bisherigen Rechtsprechung zum immateriellen Schadensersatz nach (…) Weiterlesen

Neue EDSA-Leitlinien zur Datenverarbeitung wegen berechtigter Interessen des Verantwortlichen

Die Wahrung berechtigter Interessen des Verantwortlichen wird oftmals als Rechtfertigung für die Verarbeitung personenbezogener Daten herangezogen. Ob die Voraussetzungen nun vorliegen oder nicht, ist allerdings oft streitig: Eine Interessenabwägung zwischen den Interessen an der Verarbeitung und den gegenläufigen Betroffeneninteressen ist naturgemäß keine objektive Entscheidung. In der Praxis helfen hier nun Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses zur Datenverarbeitung nach Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. f) DSGVO. Darin werden insbesondere die Vorgaben der Norm erläutert: Wann liegt ein berechtigtes Interesse vor? (…) Weiterlesen

Immaterieller Schadensersatz nach DSGVO nach unbefugter Datenweitergabe durch Impfzentrum

Die versehentliche Offenlegung von personenbezogenen Daten durch Mitarbeiter eines Corona-Impfzentrums veranlasste das OLG Hamm dazu, sich mit dem immateriellen Schadensersatz nach der DSGVO zu befassen. In seinem Urteil bestätigte das OLG insbesondere die Abtretbarkeit des Ersatzanspruches nach Art. 82 DSGVO und behandelte die Anforderungen an datenschutzrechtliche Sicherheitsmaßnahmen. Zudem konkretisierte das Gericht, dass ein immaterieller Schaden nicht schon dann gegeben ist, wenn sich lediglich das allgemeine Risiko einer unbefugten Datenweitergabe realisiert. Was ist passiert? Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm beschäftigte sich vor (…) Weiterlesen

Keine Bußgeldpflicht: EuGH zu Ermessen von Aufsichtsbehörden bei Datenschutzverstößen

Aufsichtsbehörden sind bei Datenschutzverstößen nicht in jedem Fall verpflichtet, ein Bußgeld zu verhängen. Vielmehr steht ihnen bei der Durchsetzung der DSGVO ein Auswahlermessen zu, welche Maßnahmen ergriffen werden. Die DSGVO räumt den Aufsichtsbehörden auch die Möglichkeit ein, auf die Verhängung von Bußgeldern zu verzichten, wie der EuGH in einem Fall des Hessischen Datenschutzbeauftragen nun entschied. Untersagung, Anordnung und andere Maßnahmen kjönnen ebenso gewählt werden, wenn sie im konkreten Fall angemessen sind. Kein Anspruch von Betroffenen auf Verhängung eines Bußgelds Der (…) Weiterlesen

EuGH: Neue Beschränkungen für soziale Netzwerke bei Datennutzung zu Werbezwecken

Soziale Netzwerke dürfen nicht alle Daten ihrer Nutzer für Werbewecke verwenden. Außerdem ist eine zeitlich unbegrenzte Verwendung unzulässig. Dies entschied der EuGH in einem Verfahren des österreichischen Datenschutzaktivisten Maximilian Schrems gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta. Für Meta ist es derweil nicht der einzige datenschutzrechtliche Verstoß in jüngster Zeit. Worum es beim EuGH ging Der österreichische Datenschutzaktivist Maximilian Schrems hatte gegen die Verarbeitung seiner personenbezogenen Daten, insbesondere der Daten zu seiner sexuellen Orientierung, durch den Facebook-Mutterkonzern Meta geklagt. Schrems hatte sich bei (…) Weiterlesen

EuGH: Wettbewerbsrechtliche Klage bei DSGVO-Verstoß möglich und weiter Begriff „Gesundheitsdaten“

Eine Klage gegen einen Mitbewerber wegen eines DSGVO-Verstoßes, der als unlautere Geschäftspraktik geltend gemacht wird, ist möglich. Das entschied der EuGH in einem kürzlich ergangenen Urteil. Dabei ging es um den DSGVO-widrigen Vertrieb von Arzneimitteln über eine Online-Plattform. Im Ausgangsfall wurde durch den Verkäufer beim Bestellprozess keine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung von Gesundheitsdaten von den Kunden eingeholt. Der EuGH musste sich deshalb auch mit der Frage auseinandersetzen, ob die beim Bestellvorgang eingegebene Kundendaten Gesundheitsdaten im Sinne der DSGVO darstellen. (…) Weiterlesen

EuGH: Auch rein wirtschaftliches Interesse von Unternehmen kann „berechtigtes Interesse“ sein

Das „berechtigte Interesse“ i.S.v. Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. f DSGVO ist weit auszulegen. Dies hat der EuGH nun bestätigt. Im Fall des niederländischen Tennisverbands entschied das Gericht, dass auch rein wirtschaftliche Interessen „berechtigte Interessen“ sein können. Für die Praxis ist das von großer Bedeutung. Der Fall Im Jahr 2018 legte der niederländische Tennisverband KNLTB gegenüber zwei Sponsoren, darunter dem größten Anbieter von Glücks- und Kasinospielen in den Niederlanden, personenbezogene Daten seiner Mitglieder offen. Für die Bereitstellung der (…) Weiterlesen

BVerwG: Unterlassungsklage gegen kommunale Videoüberwachung nicht durch DSGVO gesperrt

Gegen eine rechtswidrige Videoüberwachung öffentlicher Plätze kann geklagt werden. Das BVerwG entschied, dass die DSGVO einer Unterlassungsklage nicht entgegensteht, wenn die Überwachung zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben, wie in diesem Fall der Bekämpfung von Kriminalität, erfolgt. Vor dem Bundesverwaltungsgericht ging es kürzlich um Rechtsschutz gegen eine durch die Stadt veranlasste Videoüberwachung (BVerwG, Beschluss vom 02.05.2024 – 6 B 66.23). Hintergrund des Verfahrens ist eine durch die Stadt betriebene Videoüberwachung des öffentlich zugänglichen „Klostergartens“ in Passau. Dadurch sollten kriminelle Aktivitäten im genannten (…) Weiterlesen

DSK: Neues zur Übertragung personenbezogener Daten beim Asset Deal

Unternehmenskäufe bringen regelmäßig eine Vielzahl datenschutzrechtlicher Fragen mit sich. Eine zentrale Frage ist dabei, ob und wann die Übermittlung personenbezogener Daten im Rahmen des Asset Deals zulässig ist. Die Datenschutzkonferenz hat sich in einem Beschluss vom 11.09.2024 erneut damit beschäftigt und ihren Standpunkt aus Mai 2019 überarbeitet und differenziert. Aus dem neuen Beschluss ergeben sich wichtige Leitlinien für die Praxis. Beim Asset Deal als Form des Unternehmenskaufs werden – anders, als im Fall eines Share Deals – (einzelne oder alle) (…) Weiterlesen